
308 KUNSTFORUM INTERNATIONAL FEB 2026
Zeichne!
Von der Linie zur Kunst
Ob Kritzelei, Skizze oder Illustration, Zeichnungen sind die unmittelbarste und einfachste Form des künstlerischen Ausdrucks. Ihre Anfänge als in Felsen geritzte Symbole gehen auf den Beginn der menschlichen Kulturgeschichte zurück. Zeichnungen sind aber auch ein Instrument des Denkens, der Wissensvermittlung, der Planung und des Begreifens. Gastherausgeberin Larissa Kikol geht im FOKUS des Bandes der Geschichte der Zeichnung bis zur Gegenwart nach. Sie beleuchtet ihre Rolle in der Wissenschaft und der Ideenfindung, erläutert das Graffiti als zeichnerische Kunst der Straße und spricht mit einer Gerichtszeichnerin über die dokumentarische Vermittlungskraft der Zeichnung sowie mit dem Galeristen Kristian Jarmuschek über Gegenwartstendenzen auf dem Kunstmarkt. Außerdem berichten Künstler*innen über ihr zeichnerisches Werk, wie z. B. Markus Vater, der seine Raumzeichnungen vorstellt oder Nadine Fecht, die mit tausenden von Kugelschreibern der Frage über die Wirkmacht des Einzelnen und der Teilhabe von Vielen in unserer Gesellschaft nachgeht. Es gibt keinen Zweifel daran, wie facettenreich das Thema ist: während Zeichenmaschinen zwischen Mechanik, Künstlicher Intelligenz und manueller Produktion ganz eigene Werke erschaffen, entstehen in der Art Brut zeichnerische Werke aus dem Inneren heraus. Im FORUM des aktuellen Bandes besuchen wir zudem die Shanghai Biennale und es gibt spannende Atelierbesuche bei Magali Reus und Yvonne Roeb, Künstler*innengespräche u.a. mit Jeff Wall und Fabienne Verdier sowie ein Gespräch mit Claudia Emmert, der neuen Intendantin des Kunstmuseums Bonn. Roland Schappert und Wolfgang Ulrich diskutieren darüber, ob KI die Kunstwahrnehmung erweitert, und POV-Gen- Z zeigt ihre Sicht auf Lynn Hershman Leesons America’s Finest. Darüber hinaus sind viele spannende Ausstellungen in unseren Rezensionen zu entdecken und wir haben wie immer einige Buchempfehlungen zusammengetragen.




Prazzle Arts
Culture Kaleidoscope Vol.1
100 Contemporary Artists of our Time
Culture Kaleidoscope is a celebration of human diversity, encapsulated in an artbook that explores the intersection of identity, tradition, and modernity. Each artist offers a unique cultural perspective, inviting viewers to reimagine the world through their eyes.
For curators, collectors, and gallerists, Culture Kaleidoscope is an opportunity to discover and engage with a diverse range of artists whose work resonates on a personal and global scale. This collection embodies the beauty and complexity of global cultural narratives, making it a compelling addition to any collection or exhibition.


Seit seiner Entstehung 2022 kurz nach der Corona-Krise ist das THE SPACE // zu einem wichtigen Teil der Hamburger Kulturlandschaft geworden. THE SPACE // ist ein unabhängiger Kunstraum in der Hamburger Innenstadt, der das Ziel hat, Kultur zu vermitteln, junge Kunst zu fördern und ein Ort für Begegnungen, Austausch und Synergien zu schaffen. Vor allem für junge Künstler und inklusive Formate ist das THE SPACE // eine wichtige Anlaufstelle geworden. Knapp 10.000 Besucherinnen und Besucher verzeichnet der Kunstraum jährlich. Darunter Uniprofessoren und Lehrer, die mit den Studierenden und Schülerinnen und Schülern die besonderen und nach aktuellen gesellschaftlichen Diskursen ausgerichteten Ausstellungskonzepte diskutieren, aber auch zahlreiche kunstinteressierte Hamburgerinnen und Hamburger sowie Touristen. Damit das auch in der Zukunft so bleibt, ist THE SPACE // nun auf die finanzielle Teilhabe seiner Unterstützenden angewiesen. „THE SPACE // ist beispielhaft für die Stadtteilkultur in Hamburg, da das Projekt zeitgenössische Kunst, kulturelle Bildung und gesellschaftlichen Diskurs niedrigschwellig miteinander verbindet. Als öffentlich zugänglicher Kunstraum erreicht THE SPACE // ein diverses Publikum auch außerhalb etablierter Kunstkontexte und fördert aktive Teilhabe durch Vermittlungs-, Dialog- und Austauschformate. Die ehrenamtliche Struktur, die konsequente Inklusion sowie die Zwischennutzung innerstädtischen Leerstands zeigen, wie mit begrenzten Ressourcen nachhaltige kulturelle Wirkung entstehen kann.“ heißt es in der aktuellen Pressemeldung zur Crowdfunding-Aktion.